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Bochumer Zahnärzte unterstützen Jugendhilfe-Häuser St. Vinzenz und Haus Overdyck mit 25.000 Euro

Rekordspende durch Sammlung von Zahn-Altgold - Dr. Ulrich Rau, Sprecher der
Bezirkszahnärzte: "Immer mehr Kollegen schließen sich der Idee an"

Bochum, im Dezember 2005. Was hier glänzt, ist Gold: Seit sechs Jahren beteiligen sich Zahnärzte der Bezirksstelle der Zahnärztekammer in Bochum an einer regelmäßigen Spendenaktion. Sie sammeln Zahngold, das ihnen ihre Patienten nach der Behandlung zur Verfügung stellen, um es für einen guten Zweck einzuschmelzen. In diesem Jahr kam dabei die Rekordsumme von exakt 25.328,65 Euro zusammen, mit der die Zahnärzte erstmals die Bochumer Jugendhilfe-Einrichtungen St. Vinzenz und Haus Overdyck unterstützen. "Immer mehr Zahnärzte schließen sich unserer Aktion an", betonten Dr. Ulrich Rau und Dr. Michael Schoettler von der Bezirkszahnärztekammer Bochum bei der Scheckübergabe in der Mädchenwohngruppe "Skarabäus" in Bochum-Harpen.

Seit 1999 trugen die Mediziner auf diese Weise mehr als 90.000 Euro für medizinische und soziale Projekte zusammen. Die Gelder unterstützten u.a. die Universitätskinderklinik Bochum, die Neurotraumatologische Abteilung des Klinikums Bergmannsheil, die Opfer der Oderflut und zuletzt im Jahre 2003 das Cochlea-Implantat-Zentrum der HNO-Klinik im St. Elisabeth-Hospital. Hilfe erhalten die Zahnärzte bei ihrer Aktion seit Jahren durch die Scheidefirma Ahlden aus Walsrode, die das Gold für den guten Zweck gebührenfrei einschmilzt.



Weihnachtsüberraschung geglückt! Einen Scheck über 25.328 Euro aus der diesjährigen Zahnaltgold-Sammelaktion überreichten Dr. Ulrich Rau (links) und Dr. Michael Schoettler von der Bezirkszahnärztekammer Bochum den Leiterinnen der Bochumer Jugendhilfeeinrichtungen Haus Overdyck und St. Vinzenz, Petra Hiller (links) und Petra Dieckmann, in der Mädchenwohngruppe "Skarabäus" in Bochum-Harpen.


Finanzspritze für "SchlafAmZug" und Spielplatz
Mit ihrer aktuellen Spende über 25.000 Euro, die in einer Mädchenaußenwohngruppe des Hauses Overdyck übergeben wurde, machten die Bochumer Zahnärzte die Leiterinnen der Einrichtungen St. Vinzenz und Haus Overdyck, Petra Dieckmann und Petra Hiller, buchstäblich sprachlos. "Mit einer so großen Unterstützung haben wir gar nicht gerechnet," freuten sich Dieckmann und Hiller. Sofort wurden Pläne geschmiedet, wie die Summen ganz oder teilweise eingesetzt werden könnten, - zum Beispiel für die Einrichtung "SchlafAmZug" des Hauses Overdyck, die obdachlosen Jugendlichen Unterkunft und Verpflegung gibt, oder die Öffnung des St. Vinzenz-Spielplatzes am Imbuschplatz für die Kinder der Nachbarschaft.

Hilfe dringend benötigt
Keine Frage - die Hilfe wird dringend benötigt. Das Kinder- und Jugendheim Haus Overdyck gibt es seit 1819. Es ist ein Verbund unterschiedlicher stationärer und ambulanter Wohn- und Betreuungsformen. Die Wohngruppen und ambulanten Angebote mit insgesamt 150 Plätzen sind dezentral über das Stadtgebiet Bochums verteilt. Ziel ist es, die Selbständigkeit der vom Haus Overdyck betreuten Kinder und Jugendlichen zu fördern in Richtung eines selbstbestimmten, erfüllten und sinngebenden Lebens. Dabei sollen sie die Möglichkeit haben, Erwachsene als verlässliche Beziehungspartner zu erleben, um auf diesem Weg neue Erfahrungen zu sammeln.

Kinder sollen in ihre Familien zurückgeführt werden
Die St. Vinzenz Jugendeinrichtung in Bochum blickt auf über 150 Jahre Tradition zurück. Das Haus am Im-buschplatz 11 wird seit 1886 als Wohnheim für Kinder und Jugendliche genutzt. Aktuell betreut die katholische Jugendhilfeeinrichtung 150 Kinder, wovon 71 dauerhaft in dem Heim wohnen. St. Vinzenz e.V. ist ein eingetrage-ner Verein und assoziiertes Mitglied des Caritas-Verbandes im Bistum Essen. Die katholische Einrichtung definiert sich nicht als klassisches Kinderheim. "Unser Auftrag ist es, mit Eltern und Kindern zusammenzuarbeiten, die Probleme in ihren Familien haben", sagt Petra Dieckmann von St. Vinzenz Bochum. Ziel sei die schnellstmögliche Rückführung eines Kindes in die Familie. Im Durchschnitt dauere dies anderthalb Jahre.

• Susanne Schübel, Journalistenbüro Herne