Aktuell
Profil
Standorte
Leistungsangebot
Schirmherren
Links
Unser Dankeschön
St. Vinzenz bietet durch Jungenwohngruppe Fokus
schwer traumatisierten Kindern eine Perspektive
Meist wissen die Kinder selbst nicht, wieso. Wieso sie aggressiv sind, gewalttätig werden, um sich schlagen. Lautet die Diagnose "Trauma", ist die nächste Station der Psychotherapeut. Doch auch er kann ihnen in der Regel das Wichtigste nicht vermitteln: den Alltag zu meistern. Bei der Jungenwohngruppe "Fokus" läuft das anders: Hier sollen - spätestens nach den Sommerferien - sechs traumatisierte Jungen zwischen sechs und 13 Jahren ein Jahr lang individualpädagogisch betreut werden.

Sie essen, spielen und sporteln zusammen, erleben den Alltag gemeinsam. Fernab der Familie - wenn auch nicht ohne sie: Insbesondere wenn die Traumatisierung durch ein Familienmitglied verursacht wurde, ist eine Klärung wichtig.

Die Räume von "Fokus" im St. Vinzenz sind in hellen Tönen gehalten. Gelb, orange, hellgrün, ein warmes Licht durchflutet den Flur. Die ehemalige Großküche wurde innerhalb von drei Monaten zur Wohngruppe umgebaut. Nicht zuletzt der Bewegungsraum mit seinen vielfältigen Möglichkeiten (Basketball, Tischtennis, Boxen) ist bemerkenswert. Allein, ohne die großzügige Unterstützung durch Spender und Sponsoren, wäre dies nicht möglich gewesen. Hier sind im Besonderen zu nennen die Volksbank Bochum-Witten eG, die Tutthas & Meyer Ingenieurgesellschaft für Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft mbH, die DMT Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH, die Eheleute Dr. med. Karl-Friedrich Gomolinsky, die Bäckerei Schmidtmeier, die HypoVereinsbank UniCredit Group Filiale Bochum sowie die Mitglieder des Kochclubs L’arte in Tavola: Herr Dr. Andreas Becker, Herr Prof. Dr. Joachim Esser, Herr Wilfried Kogelheide, Herr Stefan Lenk, Herr Dr. Günter M. Lutsch, Herr Martin Lynen, Herr Dr. Ulrich Rau, Herr Volker Steiner.
An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön.

Nicht auf den ersten Blick sichtbar: Die Einzelzimmer sind "unkaputtbar". "Es gibt nur Einbauschränke, die Lichtschalter sind schlagfest", erklärt Projektleiterin Mechtild Real. So wird sichergestellt, dass sich die Jungen bei einem Ausbruch nicht verletzen.

"Die traumatisierten Kinder brauchen eine enorme Unterstützung", so Dr. Michael Meusers von der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Herdecke, die Kooperationspartner des Projekts ist. Um ihnen diese bieten zu können, fußt "Fokus" auf drei fachlichen Säulen: Psychiatrie, Körpertherapie, Pädagogik.

"Ziel ist es, die Jungen nicht aus der Gesellschaft auszugrenzen, sondern zu integrieren", so Einrichtungsleiterin Petra Dieckmann. Nicht selten werden traumatisierte Kinder wegen ihrer Verhaltensauffälligkeiten ausgeschult. Hier heißt es: klare Strukturen schaffen, Sicherheit schaffen. "Die Jungen müssen immer wissen, was als nächstes passiert", so Real. Das erste Projekt: Trommeln herstellen - und natürlich selber spielen.